Mächtiges Überraschen
Ein Strom entrauscht umwölktem Felsensaale,
Dem Ozean sich eilig zu verbinden;
Was auch sich spiegeln mag von Grund zu Gründen,
Er wandelt unaufhaltsam fort zu Tale.
Dämonisch aber stürzt mit einem Male
Ihr folgen Berg und Wald in Wirbelwinden
Sich Oreas, Behagen dort zu finden,
Und hemmt den Lauf, begrenzt die weite Schale.
Die Welle sprüht, und staunt zurück und weichet,
Und schwillt bergan, sich immer selbst zu trinken;
Gehemmt ist nun zum Vater hin das Streben.
Sie schwankt und ruht, zum See zurückgedeichet;
Gestirne, spiegelnd sich, beschau'n das Blinken
Des Wellenschlags am Fels, ein neues Leben.
Johann Wolfgang von Goethe, 1807
____________________________________________
Ich liebe dieses Gedicht.
Es hat mir Tränen in die Augen getrieben und zugleich musste ich beim lesen lächeln.
Die Thematik ist einfach noch aktuell und betrifft so gut wie jeden.
Menschen setzen sich Ziele, sie wollen diese natürlich erreichen. Sie streben also danach, jedoch kommt ihnen manchmal etwas dazwischen bzw eine Grenze wird gesetzt.. sie werden verhindert, weiter nach diesem Ziel zu streben, sie können einerseits weiter kämpfen und ermüden, irgendwann haben sie keine Kraft mehr, sie gehen daran zugrunde. Andererseits können sie das Weiter-Kämpfen aufgeben, sie sehen der Tatsache ins Auge und akzeptieren einfach, dass sie nichts mehr weiter tun können, als es ruhen zu lassen. Neue Ziele werden gesetzt, natürlich im Rahmen dieser Grenze.
Natürlich ist es schwer, an Träumen los zulassen. Manchmal bleibt einem aber keine andere Wahl, auch ich muss das akzeptieren.
Gute Nacht, meine Leser.
Habt morgen einen schönen Sonntag
Küsse, myourselves
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen